Author Archives: Konstantin

Hinreisen und Fahrradfahren

Die Hinreise

Nachdem der Zug sich in Bewegung gesetzt hatte, entfernte sich Magdeburg mehr und mehr. Der Abschied von Familie und Freunden lag bereits mehrere Stunden zurück und ich gleitete auf den Schienen Japan mehr oder weniger auf Umwegen entgegen.Nähert man sich Japan über Frankfurt, müsste man konsequenter Weise den Umweg über den Atlantik nehmen; dabei ist es doch über den Pazifik (bzw. etwas nörderlicher dann über Sibirien) viel kürzer.

Es war demnach auch sehr günstig und klug vom Piloten der JAL (Japan Airlines) den zweiten Weg einzuschlagen und die Flugzeit somit auf 10,5 Stunden zu verkürzen (wir näherten uns Magdeburg mit dem Flugzeug wieder auf weniger Kilometer… Den Dom konnte ich jedoch in diesem Fall nicht erkennen).

Ich nahm auf meinem Platz platz und musste nun die Langeweile herumkriegen. Dabei half ein sehr redseliger Isländer, dessen Paranoia vor dem Internet es mir an dieser Stelle verbietet, seinen Namen zu nennen. Daher werde ich im folgenden Initialen verwenden, die natürlich ebenfalls geändert wurden, um es auch schlausten Detektiven nicht zu ermöglichen G.G. zu identifizieren.

Er machte es auch den japanischen Behörden nicht einfach. Er unterschrieb auf dem Einreiseformular mit „Ahmadineschad G.“. („Hauptsache der Nachname stimmt, auf den Vornamen guckt eh keiner“, so seine übersetzten Worte. Auch bei Telefonnummer war er sich nicht zu Schade „Nicht beim ersten Date“ einzutragen. So flogen wir ostwärts. Ich versuchte ein wenig zu schlafen. G.G. war aber der Überzeugung, bei einem eventuellen Angriff einiger Terroristen den Sky-Marshals helfen zu müssen und verzichtete dabei auf Schlaf um umgehend auf Gefechtsstation gehen zu können.

So viel dazu, weitere Details über mit Scheiße beschmierte Toiletten auf Metal-Festivals sollen hier erspart bleiben.

Das Fahrrad

Rund 35 Millionen Menschen leben im Großraum Tokio (ca. 8,5 Millionen in den 23 Bezirken). Viele davon sind mit Fahrrädern unterwegs.

Platz ist wenig in Tokio, 13.650 Einwohner quetschen sich auf einem Quadratkilometer und Straßen und Fußwege sind vielerorts eng und bieten nur wenig Platz für das Fahrrad. Fahrradfahrer fahren deswegen stets auf Fußwegen im Slalom um Fußgänger und andere Fahrräder herum. Parken ist nicht überall erlaubt, deswegen gibt es spezielle Fahrradparkplätze. Teilweise werden diese von Parkplatzwächtern bewacht. „Illegal“ abgestellte Fahrräder werden verwarnt.

Hätten Fahrräder ein Nummernschild ließe sich hier noch etwas Geld verdienen.

Hätten Fahrräder ein Nummernschild ließe sich hier noch etwas Geld verdienen.

Fahrradparkplatz über zwei Etagen

Fahrradparkplatz über zwei Etagen

Außerdem

Ein Hund. Leider ohne Bild. Und es gibt sie wahrscheinlich in allen Ecken der Welt. Im Dunkeln beleuchtete Hunde, ganz gleich oben genannter Fahrräder führen Hundebesitzer ihre Hunde in Japan teils mit Beleuchtung herum, damit sie von rasanten Fahrradfahrern und rücksichtslosen Fußgängern nicht niedergetrampelt werden.

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Warum wir der Penismuschel ein Croissant vorzogen

Mein erster Gedanke war „gnäp gnäp… ehoooaaa“. Mein Zweiter war dann schon etwas verständlicher formuliert und ich fragte mich wo ich denn überhaupt sei, warum der Wecker solch einen Krach veranstalten muss und wie spät es denn zum Teufel eigentlich sei. Ich war in Japan, genauer noch in Tokyo. Der Wecker klingelte, weil Kai und ich zum Tsukiji-Fischmarkt wollten. Fischmärkte fangen in der Regel recht zeitig an und deswegen klingelte der Wecker auch schon um vieruhrdreißig. Mich überkam ein Zorn gegenüber dem Biorhythmus ein eines Fischers. Wäre es denn nicht viel schöner bei Tag zu fischen. Dann kann man doch zum einen viel besser sehen, die Sonne strahlt grell vom Himmel und das Meer schwelgt gemütlich vor sich hin. Nein, es muss ja nachts bei Regen und Sturm passieren, möglichst kalt müsse es sein und glitschig. Die Gischt peitscht über das Deck und den Fischermännern läuft der Rotz aus der Nase. In ihren Finger sammelt sich der Duft von drei Tonnen Kalamarischeiße und zwei Tonnen Doradenfilet. Ihr Schweiß ist vom Meerwasser nicht zu unterscheiden, welches den fürchterlichen Gestank zurück ins Meer spült. Und wenn sie morgens mit den ersten Sonnenstrahlen, von Möwen umkreist, in den Hafen fahren, freuen sie sich auf ihre Koje, wo sie den ganzen Tag verschlafen werden.

Jenen Tag, der von den Fischhändlern ebenfalls sehr früh begonnen wird, damit der Fisch auch möglichst frisch bleibe. Zu jener Zeit, als das Treiben am größten und die Gänge ab überfülltesten sind (gegen fünf Uhr am Morgen) saßen Kai und ich gerade in der U-Bahn. Wir fuhren dem Fisch entgegen und nur ein Kaffee aus dem 24-Stunden-Laden hielt uns am Leben. Das monotone Rattern und die schlafenden Menschen sind das Paradoxon einer U-Bahn, wo doch die Leute zu Hause, wenn der Wasserhahn nur leise tropft oder die Uhr im Nebenzimmer tickt, die Augen nicht zu bekommen.

Wir verließen die U-Bahn-Haltstelle und orientierten uns nur dieses eine Mal auf den Geruch. Der Geruchssinn spielt im normalen Fall innerhalb der Stadt zum Orientieren nur eine geringe Rolle, und wenn, dann meist auch nur, falls der Gulli auf der einen Straßenseite stinkt und man auf die Andere herüber wechselt. Unser Geruch führte uns geradewegs auf den größten Fischmarkt weltweit. Auf dem Tsukiji-Fischmarkt werden täglich rund 2300 Tonnen Ozeanprodukte umgesetzt und er beschäftigt ca. 60.000 Mitarbeiter.

Einige davon kamen uns auch gleich hupend auf ihren dreirädrigen Motorädern mit Ladefläche und Riesenlenkrad entgegen. Auf ihnen ratterten Kisten sowie kleine und große Fische. Es war ein unglaubliches Treiben, aus dem All betrachtet wohl wie ein Ameisenhaufen. Unfälle gab es nicht, jedes Mal schafften es die Fahrer gekonnt, sich um Hindernisse herum zu lenken und dabei keinen Gramm Ladung zu verlieren. Nach dem Schock der großen fischmarktinternen Hauptstraße führte uns unser  Weg in einen Hallenbereich, in dem nun auch die Gänge zumeist schmaler wurden. Das Geräusch von tausenden Männern und teils auch Frauen, die lautstark feilschten und diskutierten. Auf alten und morschen Paletten lagen tiefgekühlte Thunfische, die wie Baumstämme wirkten. Ihre Köpfe und Schwänze waren bereits abgetrennt. Aus einigen Ecken dröhnte eine Säge, mit der gerade jemand den 150 Zentimeter langen Thunfisch mittig durchsägte. Über ihm baumelte womöglich eine einzelne Glühbirne, die andernorts auch noch mit einem Lampenschirm aus Blech geschützt wurde. In Plastikboxen, die mit Wasser gefüllt waren schwammen noch einige Hummer oder kleine Fische. Woanders hingen die knallroten Tentakel von Tintenfischen über dem Rand. An anderen Ständen spritzten Muscheln den letzten Lebenssaft aus sich heraus. Wir gingen an Männern vorbei, die in einen Eimer voller kleiner Fische langten und sich ein paar davon lebend in den Mund schoben. Neben ihnen in einer Kiste schwamm ein Fisch in seinem eigenen Blut, das dem riesigen Schnitt nach zu urteilen aus seiner Kehle strömte.

Über den grauen Boden aus Kopfsteinpflaster, in dem sich die gelben Glühbirnen spiegelten, schepperten Männer mit Handkarren, die neue Ladung an die Stände brachte. Nach einer erfolgreichen Preisdiskussion packte der Händler dem Kunden den frischen Fang in eine Tüte und offenbarte uns beim Grinsen seinen Goldzahn.

Kai und ich waren von der Qualität und Quantität der Eindrücke erschlagen. Wir verbrachten in etwa zwei Stunden zwischen glitschigen Fischen (oder stumpfen, falls sie schon filetiert wurden) und haarigen Fischersmännern. Meine Schuhe sogen die Feuchtigkeit des Bodens auf und leiteten sie an meine Socken weiter, ich war falsch ausgestattet im Wald der Gummistiefel. Meine Nikon-Kamera klickte unaufhörlich und fing teils verärgerte Blicke ein, wenn ich mal wieder einem Händler im Weg stand. Der Fischmarkt war ein Labyrinth aus Gängen und Straßen. Neben dem Fisch mit Schuppen gab es nebenan gleich noch Restaurants für den frischen Fisch ohne Schuppen, aber als Sashimi dennoch roh. Andere Händler verkauften Gemüse und Messer, um dem Fisch bis zum Weg auf den Teller noch in ein Grab aus Paprika und Tomaten zu betten.

Wohl sei dem, der Wohles bekommt. Ein Fisch vom Tsukiji-Fischmarkt fehlte uns dennoch auf unserer Liste, da wir uns zum Frühstück anstatt einer rohen Penismuschel* mit Tintenfischsoße lieber ein Croissant gönnen wollten. Voller Eindrücke von Fisch fuhren wir zurück zu Naoki. Als wir uns noch einmal schlafen legten, machte er sich gerade für den Weg zur Arbeit fertig.

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*Die Penismuschel habe ich deswegen sogenannt, weil sie tatsächlich so aussah. Aus ihrer Schale ragte ein längliches, starres Fleischstück heraus, das in regelmäßigen Abständen Wasser ejakulierte.

Ein paar Bilder zum Thema gibt es auf flickr.

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Mein UAZ

Unsere Zeit in Orsk geht langsam aber sicher dem Ende entgegen. Bald werde ich mich wieder auf anderen Baustellen in Russland herumtreiben, aber vorher müssen wir noch alles Brauchbare sichern und ein bisschen näher an Moskau heranbringen.  Dazu werden wir am Wochenende unseren UAZ packen und rund 2000 km Richtung Westen fahren. Der Routenplaner hat uns eine Strecke über Orenburg, Samara, Nichny Nowgorod nach Jaroslawl vorgeschlagen, um die Sache nicht zu anstrengend zu machen, habe wir dafür 3 – 4 Tage eingeplant.

Unser UAZ ist erst gut ein Jahr alt und hat erst  10 000 km auf dem Tacho, aber bis jetzt ist kein Monat vergangen in dem nicht irgendeine Reparatur fällig war (Ölleckagen, Probleme mit der Elektrik, leere Batterie usw.). Ich hoffe nun, dass er jetzt seine Kinderkrankheiten überwunden hat und wir irgendwann Anfang der nächsten Woche Jaroslawl erreichen.  Unser UAZ hat einen 2,4 l Benzin Motor und verbraucht so um die 20l Benzin für  100 km, wenn über 100 km/h fährt sind es schon mal 30 l/100 km, darum hat er auch zwei Tanks zu je 40l, Einfüllstutzen  dafür sind jeweils links und rechts, was das Tanken sehr problematisch macht, wenn man alleine ist, weil sich die Zapfsäule beim Einhängen der Zapfpistole abschaltet, was dann ein nochmaliges Bezahlen zur Folge hat (In Russland muss man an der Tankstelle bezahlen, bevor man tankt).

Siehe auch:  http://de.wikipedia.org/wiki/Uljanowski_Awtomobilny_Sawod

UAZ und Fahrer

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Saccos Arbeiten

Es beruht auf einem netten Zufall, dass ich hier heute die Arbeiten von Sacco vorstelle.

Es begann vor ca. zweieinhalb Jahren in Neuseeland. Da habe ich mit meinem Vater in einem Hostel geschlafen. Es war das erste Mal, dass ich darüber nachgedacht habe, dass, wenn der alte Herr wieder weg ist, ich irgendwo arbeiten müsse. Also notierte ich mir vorsorglich die Telefonnummer von einem ausgewanderten Deutschen, der in Katikati im Kiwi-Business tätig ist.

Als ich drei Wochen später also Geld benötigte kramte ich seine Telefonnummer hervor und rief ihn an. Er sagte mir, dass ich übermorgen gleich anfangen könne. Das tat ich auch und so pflückte ich drei Wochen lang Kiwis. Natürlich nicht alleine, denn ich traf dort unter anderen Chiaki. Wir verstanden uns von vornherein sehr gut aber nach den drei Wochen brach der Kontakt weitesgehend ab. Glücklicherweise haben wir am letzten Abend noch unsere Facebook-Kontaktdaten ausgetauscht.

Dann passierte erst einmal rund zwei Jahre nichts, das mich Sacco’s Arbeiten irgendwie näher brachte. Zumal ein paar Freunde und ich im letzten Jahr (in Russland) den Entschluss gefasst hatten, im Sommer 2009 nach Vietnam und Kambodscha zu fahren. Dieses Vorhaben wurde dann aber im April 2009 über den Haufen geworfen, da Kai zum einen zu viele Hausarbeiten anfertigten musste und ich eine ungünstig gelegene Prüfung gehabt habe. Somit setzten Kai und ich uns zusammen und überlegten, wohin wir denn stattdessen fahren könnten (es war bereits Juni 2009)  und entschlossen uns für eine Japan-Reise.

Daraufhin kramte ich nach alten Kontakten, zum Beispiel dem von Chiaki. Wir schrieben uns Emails und einigten uns auf ein Treffen in Japan. Chiaki nahm uns mit zu sich nach Hause und wir hatten eine unglaublich gute Zeit zusammen. Unter anderem besuchten wir auch das Haus ihrer Eltern, und da gerade Obon-Saison war, kam die ganze Familie nach Hause (Obon ist ein buddhistisches Fest, bei dem an die Schlafenden der Familie gedacht werden und traditionell die Familie aus allen Teilen Japans nach Hause kommt). So auch Sacco. Nach dieser kurzen Beschreibung schließt sich nun der Kreis, denn eines Tages lag auf dem Essenstisch ein Buch mit Skizzen von ihr. Ich fand diese einfachen Strichzeichnung sehr beeindruckend, und damit ihr euch auch selbst überzeugen könnt, verlinke ich nun an dieser Stelle auf Saccos Blog und ihre eingescannten Werke.

Es dürfte den meisten von uns schwer fallen, die Beschreibungen zu lesen, aber die Bilder wirken trotzdem!

Saccos Arbeiten

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TD: Couple




TD: Couple

Originally uploaded by rasenkantenstein

This was taken near the Asakusa temple. I saw the old couple on sitting on a wall. I tried my best Japanese (after two days my Japanese was incredibly bad!)… But I saw a useful phrase in one book. „Shashi o totto moi deska?“ (May I take a picture?). I tried it once „Shashima toto o moi deska?“ They looked at me… I tried again. „Sushi o tot mo deskai?“ Still they were wondering what I wanted. I just wanted to take a picture of them („kuso, i thought, it’s very difficult“), so I showed them my camera and said „picture??“. They finally agreed and so this picture was „born“.

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The Advertisment

Originally uploaded by rasenkantenstein

Am Freitag waren Marko und ich in den unglaublichen Weiten der Börde unterwegs und fanden ein schönes Rapsfeld.
Es war gelb und roch nach Raps-typisch eben. Was jedoch eher weniger oft in Rapsfeldern anzutreffen ist, war in diesem Fall ich. Diese Kombination aus Rapsfeld und mir verdient einen eigenen Beitrag.
Et voilá!

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Krieg




War

Originally uploaded by rasenkantenstein

Abermals am letzten Schultag. Im Magdeburg Stadtpark macht sich eine Gruppe zwielichtiger Gestalten mit Armen so breit wie Seidenfäden daran, ein paar andere Leute zu provozieren.
Das Resultat ist typisch, wenn im Stadtpark viele Leute unterwegs sind. Man haut sich eben ein weniger herum.
Es handelte sich hierbei allerdings dann weniger um ein leichtest Betätscheln, als um eine wirklich ernsthafte Angelegenheit. Nach wenigen Sekunden war alles vorbei und schluchzende Freundinnen zogen ihre Testosteron-Männer beseite.
Niemand wurde ernsthaft verletzt.

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Eine Beschreibung…

Heute suche ich einen Knoten. Einen Knoten, um etwas zu verknoten. Das scheint logisch und Knoten scheinen einfach. Aber genau der Umstand (ich einen Knoten suchend) veranlasste mich dazu, eine Beschreibung darüber abzugeben, wie während unseres Aufenthaltes in Chuzhir am Baikalsee ein WC-Besuch aussah. More…

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Blutbad




Day 610

Originally uploaded by evaxebra

Heute zum ersten Mal im neuen Jahr wieder ein Foto von Flickr. Dieses Foto spricht für sich. Die Stimmung ist mehr als unterkühlt – diese weißen Fliesen und die Badewanne voll Blut. Erinnert ein wenig an Saw.

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